Konzeption des 2. Kinder- und Jugendberichts Rheinland-Pfalz

– „Jugend zwischen „Probezeit“ und „Ernst des Lebens“? (Arbeitstitel) –

Mit Beschluss des Landtages vom März 2007 (Drucksache 15/832) für jede Legislaturperiode gefordert und in der aktuellen Koalitionsvereinbarung von 2011 konkretisiert, soll in einem Kinder- und Jugendbericht über die Lebenssituationen junger Menschen in Rheinland-Pfalz berichtet sowie Hinweise und Empfehlungen für die Weiterentwicklung erforderlicher öffentlicher Aufgaben gegeben werden.

In den Auswertungen und Kommentaren zum 1. Kinder- und Jugendbericht 2010 ist einerseits die dort entwickelte Struktur der „drei Blicke“ (1. Bericht über Rahmenbedingungen und Leistungen; 2. regional vergleichende Analyse der Lebens- und Entwicklungsbedingungen mit Child Well-being-Index sowie 3. vertiefende Themen) begrüßt worden und andererseits für einen 2. Bericht eine unmittelbare Beteiligung von Kindern und Jugendlichen selbst sowie die Weiterentwicklung des Daten- und Indikatorenkonzeptes gefordert worden. Junge Menschen sollen selbst Auskünfte geben können über ihre Bewertungen von Lebensqualität und Entwicklungschancen. Das Indikatorenkonzept zur Bewertung regionaler Lebens- und Entwicklungsbedingungen soll um solche Selbstauskünfte erweitert sowie insgesamt überprüft und „praxistauglich“ weiterentwickelt werden.

Inhaltlich soll für den 2. Kinder- und Jugendbericht die Lebensphase Jugend den Schwerpunkt bestimmen und hierbei vor allem die Bedeutung und der Stellenwert von Angeboten und Strukturen der Jugend(verbands-)arbeit herausgearbeitet werden. Unter anderem mit Bezug auf den umfassenden Gesundheitsbebriff des 13. Kinder- und Jugendbericht des Bundes sollen Rahmenbedingungen und Ressourcen deutlich gemacht werden, die es jungen Menschen ermöglichen oder erschweren, sich als „möglichst selbstbestimmt entscheidende, handlungsfähige und eigenverantwortliche Subjekte“ zu entwickeln.

Vor diesem Hintergrund sind Funktion und Bedeutung solcher gesellschaftlichen Angebote und Leistungen besonders zu untersuchen, die sich gezielt an „die Jugend“ wenden. Hierbei sind dann die Felder der verbandlichen und offenen Jugendarbeit, der sich in Formen und Inhalten stark vervielfältigten Schulsozialarbeit sowie der durch tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik ebenfalls stark veränderten Jugendsozialarbeit vertiefend in den Blick zu nehmen.
Einerseits werden diese Aufgaben immer wieder als unverzichtbare Leistungen in öffentlicher Verantwortung gefordert und ihnen neue Aufgaben zugeschrieben, z.B. beim Ausbau des Ganztagsschulangebotes oder der Integration, andererseits ist auch in Rheinland-Pfalz eine deutliche Stagnation der Mittelzuweisungen für das Aufgabenfeld der Jugendarbeit zu konstatieren (siehe 1. Kinder- und Jugendbericht). Sowohl in den Selbstauskünften junger Menschen wie in der Weiterentwicklung des Daten- und Indikatorenkonzeptes ist die spezifische Bedeutung der verbandlichen und offenen Jugendarbeit als wichtiger und notwendiger Aspekt regionaler Lebensbedingungen junger Menschen herauszuarbeiten.
Anders als der 1. Bericht, der als Bericht einer Expertenkommission ausschließlich auf der Grundlage zur Verfügung gestellter Daten erstellt wurde, sollen in diesem Bericht nicht nur junge Menschen selbst zu Wort kommen, sondern auch im Feld der Jugendarbeit tätige Expertinnen und Experten sowie für Aufgaben der (Sozial-) Berichterstattung und Planung verantwortliche MitarbeiterInnen in Verbänden, Kommunen und beim Land in Hearings aktiv zur Berichterstattung beitragen.